Berliner Charité kritisiert Ehec-Krisenmanagement des Robert-Koch-Instituts
by Anne Hanke am Samstag, 4. Juni 2011 um 16:03 Uhr
Berlin – Das Berliner Universitätsklinikum Charité hat das Ehec-Krisenmanagement der zuständigen Forscher kritisiert. Der Ärztliche Direktor der Charité, Ulrich Frei, sagte dem Tagesspiegel, es mache ihn “unruhig”, dass der Ehec-Ausbruch seit Anfang Mai laufe, “wir aber außer den verdächtigen Gurken aus Spanien noch immer keinen Hinweis auf die originäre Erregerquelle haben”.
Frei kritisierte in dem Zusammenhang die Arbeit des Berliner Robert-Koch-Instituts (RKI), das als Bundesinstitut für Infektionskrankheiten für die Bekämpfung des aggressiven Darmkeims Ehec zuständig ist. Die Charité habe erst in dieser Woche Fragebögen für die Ehec-Patienten zugeschickt bekommen. “Das reicht nicht. Man hätte die Patienten interviewen sollen.” Es sei auch nicht erkennbar, was das Robert-Koch-Institut erarbeite.
“Wir brauchen eine bessere Informationspolitik für den Bürger.” Das Robert-Koch-Institut wies auf Anfrage die Vorwürfe zurück. Man habe nach dem Ausbruch von Ehec zügig gehandelt, sagte RKI-Sprecherin Susanne Glasmacher. Auch das Bundesgesundheitsministerium widersprach der Charité. Alle zuständigen Behörden hätten “sehr schnell” gehandelt und würden “eng verzahnt” miteinander arbeiten, sagte ein Sprecher der Zeitung.
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