Loveparade 2010: Dokument belastet Polizei schwer!
Ein Dokument zur verheerenden Massenpanik zur Loveparade 2010 in Duisburg, belastet nun die Polizei erneut schwer. Wie die Zeitung “Rheinische Post” in einem internen Schreiben berichtet, soll der Einsatzleiter der Feuerwehr die Polizei unmittelbar vor dem Unglück vor einer Sperrung der Rampe gewarnt.
In diesem Bericht der Feuerwehr Duisburg zur Loveparade 2010, sei dokumentiert, dass ein Beamter der Duisburger Polizei die Feuerwehr darüber informiert habe, dass die Zulauframpe in Richtung Veranstaltungsgelände zur Technoparade “kurzfristig” gesperrt werden soll.
Der Einsatzleiter der Feuerwehr entgegnete laut dem Feuerwehr-Bericht, “dass diese Maßnahme aus einsatztaktischer Sicht sehr problematisch ist.
Aus diesem Grund ist die Feuerwehr dagegen”. Weiter heiße es in dem Bericht, “nach kurzer Diskussion” sei vereinbart worden, dass einer Sperrung nur zugestimmt werden kann, wenn “der Nachlauf in den Karl-Lehr-Tunnel durch die Polizei verhindert wird”, zitiert die Zeitung aus dem Feuerwehr-Bericht.
Nach bisherigen Ermittlungen, ist der Nachlauf in den Tunnel nicht verhindert worden. Wie nun bekannt wurde, soll der Veranstalter der Loveparade falsche Besucherzahlen angegeben haben Das berichten die Zeitungen der WAZ-Mediengruppe (Freitagsausgaben). So hieß es, in Essen seien vor drei Jahren 1,2 Millionen Menschen auf dem Techno-Event gewesen. Nach Dortmund sollen vor zwei Jahren 1,6 Millionen gekommen sein, in Duisburg sprach man von 1,4 Millionen Menschen. Aus einem “streng vertraulichen” Dokument des Loveparade-Veranstalters Lopavent gehe hervor, dass diese Zahlen übertrieben und nicht korrekt seien.
In der vertraulichen Analyse der Besucherzahl heiße es im Falle Duisburgs, dass zur Loveparade 2010 maximal 485.000 Besucher über den Tag verteilt erwartet würden. In Spitzenzeiten wurde mit maximal 235.000 Zuschauern der Lovaparade gerechnet. Wer nun tatsächlich für die Massenpanik zur Loveparade 2010 verantworlich ist – Veranstalter, Polizei oder die Stadt Duisburg, wird sich wohl nicht so schnell klären lassen, denn die Schuld schiebt sich jeder. Dennoch haben alle Beteiligten die Zusammenarbeit zum schweren Unglück zur Loveparade 2010 mit den Behörden versprochen, wohl mehr aus einer rechtlichen Taktik heraus. (seba)
